Die Weihnachtsfeiertage stehen vor der Tür – und spätestens wenn alle Geschenke besorgt und die Liebsten erfolgreich beschenkt sind, ist es an der Zeit, sich selber von den Strapazen des Jahres zu erholen. Und wo könnte man diese besser verbringen, als mit einem guten Buch auf dem Sofa? Fehlt also nur noch die passende Lektüre. Ganz aktuell möchte ich den Roman „Der Richter aus Paris“ von Ulrich Wickert empfehlen. Ich muss gestehen, dass dieses Buch schon relativ lange in meinem Bücherregal stand, bis ich es vor Kurzem innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe.

Wer die Leichtigkeit und Ironie mochte, mit der Ulrich Wickert seinerzeit die Themen des Tages moderierte und ins richtige Verhältnis rückte, der wird auch seinen Kriminalroman mit Vergnügen lesen. Da Wickert durch seine langjährige Tätigkeit als Paris-Korrespondent ein absoluter Frankreichkenner und -liebhaber ist, verwundert es nicht, dass auch die Geschichte seines Buches in seiner Wahlheimat Frankreich spielt.

Den Protagonisten Jaques Ricou, ein Untersuchungsrichter in Paris, führen seine Ermittlungen in einem Mordfall auf die französische Antilleninsel Martinique, deren karibisches Flair von Wickert traumhaft locker beschrieben wird. Bei seinen Ermittlungen auf Martinique stößt der Untersuchungsrichter auf Verbrechen, die im Schatten politischer Machtkämpfe in Paris seit Jahrzehnten nicht verfolgt wurden und bis in die höchsten Kreise der französischen Politik reichen. Im weiteren Verlauf schafft es Wickert eine Kriminalgeschichte zu spinnen, die die aktuelle französische Politik mit der unrühmlichen Kolonialgeschichte, den Liebeswirren des Jaques Ricou und der Beteiligung der Grande Nation am Vietnamkrieg verknüpft. Wickert schafft es selbst komplizierte Geldwäsche-Konstrukte zur illegalen Parteienfinanzierung anschaulich und leicht verständlich darzustellen. Ebenso die Grausamkeiten und Hintergründe im Konflikt in Indochina, sodass man ganz nebenbei eine kleine Nachhilfestunde in Neuerer Geschichte erhält. Die große Stärke des Buches ist dabei, dass nicht der Eindruck einer künstlichen Konstruktion entsteht. Es tritt vielmehr das riesige Wissen eines langen Journalisten-Lebens zu Tage, und man bekommt in Teilen fast das Gefühl, einen journalistischen Investigativbericht zu lesen.

„Der Richter aus Paris“ trägt den Untertitel „Eine fast wahre Geschichte“. Wer Freude an Geschichten hat, in denen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen, der sollte dieses Buch unbedingt lesen. Mein persönliches Fazit lautet daher: sehr empfehlenswert!

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